Christian Hörler


Texte


Der schöne Schein
— Gedanken zu den Betonreliefs von Christian Hörler. Kunst am Bau an der Wohnüberbauung «Am Katzenbach III»


von Rolf Bossart


Das Quartier Seebach hat seine Wurzeln in der Vorstellungswelt Gartenstadt! Nach Plänen von A.H. Steiner sollten sich in der Nachkriegszeit neue Siedlungen wie Blüten entlang eines Stengels entwickeln. Entsprechend reflektieren die Gebäude der Wohnüberbauung «Am Katzenbach III» Elemente von Gartenhäusern in Form, Materialität und Volumen. Zum Beispiel die Rundungen und die Wellblechfassade. Das Wohnen und der Garten gehören zusammen. Das Betrachten des schönen Gartens bewirkt die Veredelung des Geistes. Das Gehen im schönen Garten verbessert das Denken von sich und den anderen Menschen. Eroberer und Herrscher wussten darum. Der prunkvolle Schlossgarten war einerseits der Schein des Edelmuts, den die unbarmherzige Macht erwecken wollte. Doch andererseits hielt jeder dieser Gärten die kollektive Vorstellung von der tatsächlichen Veredelung der Menschen wach für die Zukunft. Die islamischen Hochkulturen verbanden das Bild vom irdischen Garten mit dem himmlischen Paradies in der kunstvollen Ornamentik der sogenannten Gartenteppiche. Die Neuzeit und die Industrialisierung machten den Garten zum privaten Refugium des Bürgertums und zum Notacker der Arbeiterfamilie gegen den Hunger. Selbstergötzung und Selbstversorgung verdrängten den schönen Schein für den Blick des Anderen. Argwohn empfing nun diesen Blick. Es dominierten die Scham über die Kargheit im Arbeitergarten und der Unwille gegen die Verletzung des Privaten im Bürgergarten. Und dennoch behielten auch diese Gärten ihren schönen Schein der Fülle des Lebens gegen aussen. Die drei Gartenteppiche des Appenzeller Bildhauers Christian Hörler verstehen sich in dieser Tradition der Veredelung von Geist und Denken. Die geometrisch klaren und immer wieder durch Unregelmässigkeiten gebrochenen Formen der drei Betonreliefs spüren der perfekten Balance in der alten Gartenkunst von Beschneiden und Wuchern und von Ordnung und Chaos nach. Der Gartenteppich ist ein Sehnsuchtsbild, damit alle Arbeit einmal Gartenarbeit wird und alles Wohnen dem Sitzen in der blumengeschmückten Laube gleicht.

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Information



Gruppenaustellungen


2015

«Hors Piste – maintenant – jetzt – now»
APCd Fondation, Marly Fribourg

2015

Kulturlandsgemeinde 2015
Heiden

2015

KIT
Nextex, St.Gallen

2014

Kunsthalt im Bahnwartehaus
Strahlholz

2014

Gratwanderung
Uster

2014

Paradiese – mit Ahnungen gefüllte Räume
Propstei St. Peterzell

2013

visarte.ost.jetzt
Museumbickel, Walenstadt

2011

kleine Armenienschau
Diogenes Theater, Altstätten SG

Kunst am Bau


2016

Alters- und Pflegezentrum Appenzell
Appenzell AI

2013

Wohnüberbauung am Katzenbach III
Zürich Seebach


Stipendien
Publikationen
Ankäufe


2015

Auftritt im Magazin Obacht Kultur

2015 – 2016

Atelier Stipendium Paris von der Visarte Ost und der Hedwig-Scherrer-Stiftung

2014

Ankauf von Arbeiten durch die Innerrhoder Kunststiftung

2014 —

freier Mitarbeiter für Ausstellungseinrichtungen im Kunstmuseum Appenzell und der Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell, sowie für die Jahresausstellung in der Propstei St.Peterzell

2011 —

lebt und arbeitet in Wald AR

2010

6-monatiger Auslandaufenthalt in Armenien

2007 – 2009

Ausbildung zum Steinbildhauer, Ingrid Tekenbroek und Urs Fritz in Wittenbach
Praktikum bei Thomas Sonderegger, Schlosser in Frasnacht
Praktikum bei Hanspeter Strang, Schreiner und Restaurator in Tobel
Praktikum bei Daniele Trebbucchi, Steinbildhauer in Zürich
Praktikum bei Peter Zollinger, Bronzegiesser in Bischofszell

2005 – 2007

Ausbildung zum Steinbildhauer, Roland Guggenbühler Zuzwil

1999 – 2003

Ausbildung zum Dekorationsgestalter, Artelier Gähwiler in Buchs

1998 – 1999

Vorkurs an der Schule für Gestaltung in St.Gallen

1982 Geboren und aufgewachsen in Meistersrüte AI


Kontakt



Christian Hörler
Schiben 249
9044 Wald AR
christian[at]christianhoerler.ch
+41 71 870 00 21